Thema Betäubung

Ich werde immer wieder nach einer Möglichkeit gefragt, die zu tätowierende Stelle zu betäuben.
Da habe ich in meiner Karriere auch schon einige Erfahrungen von Kunden-Versuchen oder eigenen gesammelt.
Zuerst muß man sagen, daß eine gute Vorbereitung auf die Tattoosession sich auf jeden Fall bezahlt macht. Entspannt und mit `ner guten Mahlzeit vorher, kann es manchmal zwar unangenehm werden, doch der Körper ist nicht im “STRESS”!

Durch ein Zuviel an Schmerzen schüttet der Körper Stresshormone aus. So kann es eventuell zu einem Kreislaufzusammenbruch während einer Sitzung führen. Das ist zwar selten, sollte aber dann auch nicht unterschätzt werden. Im Zweifelsfall nicht über seine Grenzen hinaus weitermachen, lieber einen neuen Termin vereinbaren und mit neuer Kraft weiter ans Werk.

Zurück zum Thema. Ich habe schlechte Erfahrungen mit “Emla” sowie anderen freiverkäuflichen Betäubungscremes gemacht. Ihre Wirkung ist zu schwach und ihre Wirkdauer zu kurz. Nach der Wirkdauer ist die zu tätowierende Körperstelle deutlich empfindlicher, als ohne Anwendung der besagten Creme.
Ich habe nur eine, wenn auch nur bedingt einsetzbare Betäubung. Xylocain – ein frei erhältliches Mittel in der Konzentration von 4%. Ich mische es direkt in die Tattoofarbe und bringe das Mittel so im ersten Arbeitsgang unter die Haut. Die Wirkung setzt nach etwa 5 sek. ein und hält lange genug an, um eine Stelle zu beenden.
Diese Technik funktioniert nicht bei Linien. Da ich Linien in der Regel nur einmal ziehe, setzt die Wirkung der möglichen Betäubung erst nachdem die Linie bereits tätowiert ist ein. Also für Linien Quatsch, zum Schattieren oder Färben jedoch an wirklich unangenehmen Stellen bei manchen Kunden sehr hilfreich!
Generell finde ich jedoch, daß es zum Prozess des Tätowiertwerdens dazugehört, die Schmerzen zu ertragen. Man verdient es sich dann ein bißchen mehr und ist stolz auf seine Selbstüberwindung und das Ergebniss!

der thompson




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