Tipps zum ersten oder nächsten Tattoo
Zunächst ist die Wahl des Motivs die schwierigste Aufgabe.
Es ist immer ratsam sich über die verschiedenen Medien über die aktuelle Lage auf dem “Tattoomarkt” zu informieren. Seien es die Angebote der Studios in deiner Nähe oder die Möglichkeiten in der Motivausführung.
Hier helfen die einschlägigen Zeitungen wie Tätowiermagazin, Tattoo Live oder Tattoo Spirit, Inkmag oder Tattoocollector Magazin. Ich rate von bunten “Lifestyle” Magazinen mit Schlagzeiln wie: “so sexy bin ich mit meinem Tattoo…” oder:”...das sind die Trends- davon raten wir ab!” ab! Die sind vielleicht amüsant aber in der Qualität der abgebildeten Arbeiten und Themen nicht representativ für das “Gros” der Tätowierer und ihrer Arbeiten.
Das Internet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Ihr könnt Euch in Foren informieren, Studioseiten besuchen soweit ihr Gute kennt oder die Bildersuche nutzen. Die Vielzahl von Informationen ist oft reizüberflutend und verwirrend. Ich finde es jedoch eher schwierig, weil man nicht genau weiß, was oder wonach man suchen soll.- Aber versuch macht kluch!
Für Tattooconventions gilt das Gleiche. Unter der Vielzahl von Veranstaltungen sind viele mit einem vorwiegend kommerziellen Anspruch. die Kunst kommt hier meist zu kurz. Also auch hier vorher informieren ob sich der Eintritt wirklich lohnt.
Da ein Tattoo für mich auch individuell zum Träger passen muß, ist es besser etwas persönliches aus seinem Leben, ein Motto, ein Ereignis, etwas Bedeutsames zu wählen. Ist die Idee erst einmal geboren, sollte sich auch der richtige Tätowierer finden lassen.
Es gibt Allrounder und Spezialisten unter den Tätowierern. Stilrichtungen wie Oldschool, Nuskool, Biomechanik, Asia oder Realistik sind hier einige.
Der Spezialist kann sich oft schneller und intensiver in seinem Gebiet zu einem neuen Thema verwirklichen, der Allrounder hat manchmal so seine Schwächen im Detail der einzelnen Stile – also bei der Wahl gründlich die Fotomappen wälzen.
Fotos von Arbeiten sind eh das wichtigste Werbe- und auch Beurteilungsmittel für Tätowierer und Kunden. Hier representiert jeder sich so gut er kann. Laßt Euch nicht von einem Ruf oder Empfehlungen täuschen. Macht euch selber ein Urteil. Sprecht auch mit den Künstlern. Hier merkt ihr schnell ob der Funke überspringt und ein gegenseitiges Interesse an der Arbeit besteht. Habt ihr ein schlechtes Gefühl dann laßt es. Ist der Tätowierer nicht begeistert, laßt es. Ihr werdet einige Zeit und Schmerzen dort verleben, also vorher gucken!
Hört auf einleuchtende Erklärungen und Tips eures Tätowierers. Die geeignete Stelle und die passende Größe für euer Tattoo hängt von vielen Faktoren ab. Gibt es bereits Tattoos in der Nähe – passen die Sachen zusammen? Verzieht sich das Motiv an der gewünschten Stelle stark? Sind Details ausreichend groß und das Motiv klar genug gehalten? Nur so überdauert das Tattoo auch erkennbar mit Euch Euer Leben. – Matsche bleibt Matsche und kann höchstens mit einem Laser gerettet werden!!! Also im Zweifelsfall immer größer wählen und lieber Details weglassen als in ein paar Jahren etwas nicht mehr Erkennbares auf Euch zu tragen- dann wird es schwierig etwas zu retten oder darüber zu tätowieren!!!
Auch das Drumrum ist nicht unwichtig. Der Laden sollte nicht im Chaos und Unordnung versinken. Es sollte ausreichend Zeit vorhanden sein das Motiv mit Euch zu besprechen und zu zeichnen. Terminwartezeiten variieren je nach Nachfrage und Arbeitswütigkeit des Tätowierers. Laßt Euch aber weder von langen noch von kurzen Wartezeiten abhalten. Es ist schließlich für immer und wenn ihr Euch gut aufgehoben fühlt mit eurer Idee dann ist das schon mal ein wichtiger Schritt!
Und jetzt viel Spass beim Denken, Stöbern und Träumen…


